Zu viel Ehrgeiz macht krank

von Taina Nacke-Langenstein

In dieser Woche ist es mir ganz oft begegnet - dieses übersteigerte Motivationsding.

Dieser krank machende Ehrgeiz. Grundsätzlich ist Ehrgeiz gut. Ohne ihn würden wir vermutlich keine Autos fahren. Elektrizität und pharmazeutische Medizin wären uns unbekannt. Unsere Welt wäre definitv weniger komfortabel.

Was passiert jedoch, wenn wir es übertreiben mit dem Ehrgeiz? Wenn wir vergessen Pausen zu machen. In uns zu gehen. Achtsam zu bleiben. 

Vielleicht vergisst der ein oder andere sogar sich selbst. Das, was eigentlich einmal das Ziel gewesen ist, tritt in den Hintergrund. Wird sogar verleugnet. Weil ja Geld verdient werden muss. Oder weil die Karriere doch so wichtig ist.

Aber was ist mit Spaß? Mit Hobbies? Mit Menschen, mit denen wir uns sooooo wohl fühlen?! Mit einfach einmal chillaxen? Oder wie es gern die Esoteriker nennen: Das SEIN leben.

Woher kommt dieser krankhafte Ehrgeiz? Was treibt die Menschen an, sich in einen fast schon pathologischen Leistungssog zu begeben?

Harald Martenstein schreibt in seiner Kolumne für das ZEIT-Magazin (#10/ 2017): "Die Arbeit macht meistens Spaß, bis zu einem Punkt, und danach machen manche trotzdem weiter. Ich glaube, die meisten, die so leben, wollen eine Urkränkung überwinden, einen Verlust, ein Defizit, sie wollen etwas beweisen, zum Beispiel ihren Wert. Dieser Hunger nach Wertschätzung sitzt so tief in ihnen, dass er niemals gestillt wird."

Puh! Als ich das gelesen hatte musste ich die Zeilen erst einmal sacken lassen. Martenstein fragt, ob das "Küchenpsychologie" sei?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Kolumnist den Punkt getroffen hat. 

Ich habe mir vorgenommen dieses Thema zu meinem "Fastenzeit-Thema" zu machen. Abstinenz vom übersteigerten  Leistungsding! Muße, mehr Ruhe, mehr Spaß. Klingt gut für mich. 

Ein Unternehmer, dessen Namen man nicht nur in der D A CH- Region kennt, sagte vor etwa einem Jahr zu mir: "Taina, seien Sie klüger als ich es jemals gewesen bin!"

Fast hätte ich diesen Tip nicht beherzigt. Aber jetzt erinnere ich mich gut an die Gespräche mit ihm. Das Fazit:  Man kann nur eines nicht wiederholen: Zeit. Lebenszeit. 

Und genau aus diesem Grund möchte ich mir genau überlegen wem ich etwas beweisen muss - oder eben nicht.

Ich gönne mir jetzt quality - time! 

"In the end, we only regret chances we didn´t take." - Also mache ich mich jetzt auf den Weg die Chance der Muße zu nutzen und mache eine runde Savasana. Kann man auch eine ganze Yogastunde lang machen. 

Warum nicht?! Ich kann jederzeit tun was ich will. Solange es gesetzeskonform ist. Ich kann jederzeit meine Meinung ändern und jederzeit eine neue Entscheidung treffen. Ich bin niemandem eine Erklärung schuldig. Außer mir selbst.

Ich brauche keinen Grund, um etwas zu verändern, wenn ich keinen Grund habe, um etwas beizubehalten.

In diesem Sinne: Fahrt doch auch einen Gang zurück?! 

Eure Taina

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