"Wer nichts leistet hat verloren"

von Taina Nacke-Langenstein

Yoga für Teens

Der Jugendpsychiater M. Schulte-Markwort bestätigt im Interview ("DIE ZEIT" Nr.14/2014), dass Schüler „heute ein unglaubliches Arbeitspensum bewältigen“ müssen. Es seien „die Jugendlichen selbst, die sich unter Druck setzen“. Der Jugendpsychiater spricht davon, dass „unglaubliche Selbstdisziplinierungsprozesse stattgefunden“ hätten. Folge: Erschöpfungsdepression. Erschreckend, dass neuerdings (seit ca. 5 Jahren) auch Jugendliche betroffen sind.

Schulte-Markwort zitiert die Bella-Studie (eine repräsentative Studie) die das Robert-Koch-Institut in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des UKE durchführt, die aufzeigt, dass „mehr als 5% der Jungen und Mädchen an Depressionen leiden, mehr als 10% unter Ängsten. Bei etwa 20-30% dieser Betroffenen geht man von Erschöpfungsdepressionen aus. Das macht etwa eine Betroffene von 60 Schülern. … Erschöpfungsdepressionen entwickeln fast nur Mädchen. Jungen reagieren eher offensiv-aggressiv, zumindest bislang. … seit Neuestem kommen … auch Jungen mit Erschöpfungssymptomen zu uns“ soweit der Jugendpsychiater.

Daraus schlussfolgere ich, dass es für uns Erwachsene um so mehr zählt, vorbildlich voran zu schreiten. Auch im Bezug auf das Freizeitverhalten. Das Streben nach Perfektion macht nicht nur ein wenig unsympathisch (wie ich finde), sondern vor allen Dingen krank.

Leider werden in den meisten Fällen zunächst schlafanstoßende Antidepressiva verschrieben. Muss das sein? In Einzelfällen vielleicht. Als Yoga Trainerin mit langjähriger Erfahrung als Sportlehrerin, kann ich mit bestem Gewissen empfehlen: geben Sie Ihren Kindern die Möglichkeit sich sportlich zu betätigen. Nicht nur um Stress abzubauen, sondern auch um einen Sinn stiftenden Ausgleich zum Alltag zu schaffen, das Selbstbewusstsein zu stärken und ein Gemeinschaftsgefühl zu ermöglichen. Jugendliche erlebe ich immer mehr als Einzelkämpfer. Unglaublich.

In Sportvereinen, Radsportgruppen und anderen Institutionen erfahren die Teens einen körperlichen und emotionalen Ausgleich, der sie auch in ihrer persönlichen Entwicklung, sowohl physisch als auch psychisch-emotional unterstützt.

Mit Yoga für Teens gebe ich bewusst auch Eltern und Lehrern ein weiteres Hilfsmittel an die Hand, den Jugendlichen eine Möglichkeit anzubieten einmal abzuschalten, wertfreien Raum zu betreten, eine neue Freiheit zu spüren sich entspannt zu bewegen und auch Stille und Ruhe mit gutem Gewissen zu zulassen.

Mögen unsere Kinder und Schüler zu gesunden und glücklichen Menschen heranwachsen.

Viel Erfolg und alles Gute.

Ihre und Eure Taina

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