Selbstliebe

von Taina Nacke-Langenstein

Buddha sagt: "Urteile nicht hart über dich selbst. Ohne Erbarmen mit uns selbst sind wir außerstande, die Welt zu lieben."

Selbstliebe und Selbstmitgefühl entwickeln ... Puh. Ein harter Brocken. Seit fast einem Jahr beschäftigt mich dieses Thema sehr. Auf dem Bild, das Du nebenan siehst, habe ich mindestens 8 Dinge an mir entdeckt, die ich Sch... finde. Und wenn Du wüßtest, was mir durch den Kopf ging, als es geschossen wurde ...  Oh my Goodness. Und genau deshalb habe ich es hier mit hineingenommen. Weil ich weiß, dass es immer im Auge des Betrachters liegt, wie etwas oder jemand empfunden wird. "So. Egal jetzt, Taina, so siehst Du aus", habe ich mir gesagt.

Fast jeder Mensch trägt diese kleine, manchmal echt fiese innere Stimme in sich, die ihn maßregelt, kritisiert und sogar wüst beschimpft.

Sätze, wie "Du bist so fett/mager geworden", "Deine Friese geht ja heute garnicht", "bist Du schon wieder faul", "das solltest Du aber besser machen", "so lange kann man doch morgens nicht im Bett liegen", "hast Du schon wieder nichts Gesundes gekocht", "deine Freundin ist darin aber viel besser als Du", und und und ... würden wir einem lieben Menschen niemals an den Kopf werfen. Uns selbst jedoch schon. Täglich mehrmals sogar. Der Innere Dialog sieht so oder so ähnlich aus. In unserem Herzen beherbergen wir einen Kritiker, der uns das Leben noch schwerer macht, als es gelegentlich eh schon ist. 

Im Buddhismus wird hier oft das Bild des zweiten Pfeils verwendet: Wenn das Leben Dich schon getroffen hat und Du mit "vermeintlichen" Schmerzen konfrontiert bist, schickst Du eben noch diesen weiteren, zweiten Pfeil hinterher. Den Pfeil der Kritik und harten Worte, der absolut nicht hilfreich ist und die unversorgte Wunde noch größer macht.

Als ich neulich einmal wieder sehr an mir selbst zweifelte, erklärte mir meine weise Schwester Marion, dass es Frevel sei, am Werk Gottes so sehr herumzumäkeln, wie ich es tat. Gott habe schließlich jeden von uns so gemacht, weil er ihn so haben wolle. Und jede Charaktereigenschft ist doch - je nach Sitution - auch wichtig. Es ist immer eine Frage der Draufsicht.

Natürlich kann man jetzt Einwände bringen, Gegenargumente anführen. Dennoch: Mir gefiel dieser Gedanke. Und ja, wie bereits in anderen Blog-Einträgen geschrieben: Es ist "diversity", die unser Leben so sehr bereichert. Eine uniforme Gesellschaft, ein ewiger Mainstream ist nicht gut. Eine Blumenwiese wird ja auch erst durch die Vielfalt so wunderschön.

Was Buddha schon wusste hat auch die moderne Wissenschaft gezeigt. Studien belegen, dass Menschen, die liebevoll mit sich umgehen, eher gesunde Lebensweisen aufrecht erhalten können, als andere. Auch die Leistungsfähigkeit erhöhe sich. Natürlich sind diese Menschen auch resistenter gegen Stress, Ängste und Depressionen.

Die Befürchtung man könnte egoistisch sein, darf man getrost vergessen. Fürsorge für uns selbst ist die Basis für Fürsorge für andere. Mütter werden das vielleicht als große Herausforderung sehen, jedoch wissen, dass es nur dann wenn es ihnen gut geht, auch den Kindern gut gehen kann. Wenn ich saftlos bin, weil überarbeitet, genervt und ohne Energie, läuft zuhause nichts! Also ist es meine, nein (!) unser aller Verpflichtung, uns um uns selbst zu kümmern, sodass es auch unseren Lieben gut geht.

"Die Erkenntnis lehrt mich, dass ich nichts bin. Die Liebe lehrt mich, dass ich alles bin. Dazwischen fließt mein Leben" (Nisargadatta Mahara)

Aber wie komme ich weg von der Selbstoptimierung, hin zur Selbstakzeptanz. Wie ermögliche ich die Veränderung und werde mein bester Freund?

Mit Übung und den richtigen Meditationen können wir es lernen. Auch ich übe und lerne jeden Tag. 

Genau genommen beginnt es für mich mit der simplen Idee des Buddha: "Wähle den mittleren Weg."

Schau doch einmal bei meinen Workshops nach ... im MEL.HappynessYoga oder beim WS Pranayama & MettaMeditation könntest Du einen guten Einstieg für Dich finden. 

Da ich der Ansicht bin, dass Frieden auf der Welt erst dann wirklich entstehen kann, wenn wir den Frieden in uns selbst kultivieren, bekommen alle meine Workshops und Yogaeinheiten eine Ausrichtung, die Dich darin unterstützen Dein Selbstmitgefühl zu verbessern.

Ahimsa - Gewaltlosigkeit - praktizieren wir in jeder MEL.Yogastunde. Vielleicht ein weiterer Grund mit Yoga zu beginnen oder Deinen Yogaweg konsequent weiter zu gehen.

"Durchsuche das Universum nach einem Wesen, das Deine Liebe und Zuneigung mehr verdient als Du. Du wirst es nirgends finden." (nach S. Salzberg)

Ich freue mich, dass Du hier auf meinem Blog "gelandet" bist und hoffe sehr, dass ich Dich inspirieren konnte. 

Nachtrag (19.08.2017): Las ich soeben im Wirtschaftsmagazin "brand eins" den Artikel "Deckung! Hat die Achtsamkeitswelle auch Sie schon erfasst? Falls nicht könnte es ratsam sein, sie an sich vorbeirauschen zu lassen".

Dieser Artikel von Jens Bergmann im Magazin (08/17) setzt sich mit der "Achtsamkeitswelle" auseinander, die hier und da auch übertrieben krankhafte Züge annimmt. 

Ich stimme Herrn Bergmann zu, dass mittlerweile viele Menschen (Coaches, Autoren, Seminarleiter, etc.) ihren Profit mit diesem Thema immens in die Höhe treiben. Es ist richtig, dass bedeutsame Themen zu Trends gemacht und ausgeschlachtet werden. Leider! 

Ebenso wichtig und richtig erscheint es mir deshalb zu betonen, dass wir es - wie immer - mit Buddha halten sollten: "Gehe den mittleren Weg". Was heißt: Alles mit Maß und und Ziel.

Gerne zitiere ich deshalb Herrn Bergmanns finalen Satz: "Wir sollten zu denen, die wir lieben, eine gewisse Distanz halten. Also auch zu uns selbst." 

Namasté.

Shine bright! Taina

 

Zurück