Meditation - aber wie beginne ich?

von Taina Nacke-Langenstein

Tja, wie also beginnt man mit Meditation? Vipassana? Visualisierung? Mantras? Transzendentale Meditation? 

Es ist viiiiiel einfacher: Sitzen und Atmen.

Um bei all der Flut der Dinge die wir täglich auf unserer To do-Liste haben, sowie den vielen Wünschen, Zielen und Bedürfnissen gelassen zu bleiben, scheint Meditation fast schon wie ein Heilsversprechen.

In der Tat ist die Wirkung unbestritten - jedoch die Praxis in unseren Alltag zu integrieren ist - auch für mich - eine echte Herausforderung. So bleibe ich meinem Prinzip treu: I keep it simple!

Letztendlich genügt es, eine "gute" Sitzposition zu finden und sich auf den Atem zu konzentrieren. Dazu braucht man als einzige weitere Zutat: Beständigkeit.

Nimm Platz! Egal ob im Lotussitz, auf einem Stuhl oder an die Wand gelehnt. Du solltest über einen Zeitraum von vielleicht 10 Minuten (Du kannst auch mit weniger beginnen) aufrecht, stabil und bequem in der Sitzhaltung verweilen können. Lege Deine Hände entweder auf Deine Knie (ob Du die Handflächen nach oben oder unten ausrichtest ist im Moment egal) und lasse Deine Daumen die Zeigefinder berühren - somit können sich die Energien gleichmäßig in Deinem Körper ausdehnen.

Praktisch ist es, wenn Du ein Kissen oder eine Decke unter Dein Gesäß legst, sodass das Becken an den Sitzbeinknochen etwas höher kommt. Somit fällt Dir das aufrechte Sitzen leichter. Deine Schultergelenke sind über den Hüften ausgerichtet. Dein Kopf thront auf Deiner Halswirbelsäule.

Beginne zunächst mit einem deutlichen Seufzen. So lässt Du alle Anspannung, die in Deinem Körper zuviel ist, los.

Schließe Deine Augen ... und spüre dich ganz allmählich ein.

Mit dem Einatem (EA) richte Deine Wirbelsäule (WS) behutsam von der Wurzel, also vom Kreuzbein beginnend, nach oben auf. Lenke Deine Achtsamkeit die WS nach oben entlang, bis zu Deinem Kronenpunkt am Oberkopf. Stelle Dir vor, wie Du zum Himmel hin ein wenig wächst. Mit dem Ausatem (AA) lasse Deine Schultern sich nach hinten unten entspannen. Deine Schulterblattspitzen fließen in Richtung Gesäß. Mit jedem ruhigen, gleichmäßigen Atemzug längst Du Deine WS ein weniger mehr nach oben - ausatmend entspanne Deine Schultern. Wenn Du Deinen Bauchnabel sanft ein wenig nach Innen - in Richtung WS - lenkst, hast Du eine stabiles Körperzentrum, um in Deiner Aufrichtung bleiben zu können.

Beobachte, wie sich beim EA Dein Herz- und Bauchraum sanft weiten und wie mit dem AA Herz- und Bauchraum wieder nach innen sinken. Wiederhole anstrengungslos einige Male.

Beobachte auch Deine hinteren Rippenbögen und seitlichen Flanken. Nimm wertfrei wahr, wie sie sich einatmend weiten, eventuelle Verklebungen sich allmählich lösen, und mit dem AA wieder in ihre Ausgangsposition zurück fließen.

Lass den Atem natürlich fließen ("natural breath"). Lass ihn kommen und gehen, wie die Wellen am Meer kommen und gehen. Ganz ohne Dein Zutun. Willensfrei!

Spüre den kühlen Luftzug beim EA durch die Nase und beobachte, wie mit dem AA die Atemluft etwas wärmer aus Deinem Körper ausströmt.

Sollten Gedanken oder Gefühle kommen, ist das absolut in Ordnung. Sie sind immer da. Nimm sie urteilsfrei wahr, setze sie gedanklich auf eine Wolke und lass sie vorüber treiben. Dann komm mit Deiner Achtsamkeit zu Deinem Atem zurück und beobachte ihn weiter. 

Gerne kannst Du zu Deinem vollständigen Atem übergehen ("complete breath"). Falls Du ihn in Deiner Yoga-Praxis noch nicht kennen gelernt hast, kontaktiere mich. Mit Freude helfe ich Dir diesbezüglich weiter.

Um die Meditation abzuschließen, atme mehrmals gaaaanz tief ein und lass die Ausatemluft mit einem "HA" kraftvoll ausströhmen.

Was spürst Du jetzt? Und egal was es ist. Es ist in Ordnung. Bleib wertfrei! Öffne abschließend sanft blinzelnd Deine Augen ...

Namasté. Viel Freude und Beständigkeit. Deine Taina

 

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