Lass die anderen denken was sie wollen

von Taina Nacke-Langenstein

 

"Das was ihr für die Wirklichkeit haltet, ist nicht die wahre Wirklichkeit.

Ihr seht sie nur durch einen Schleier,

verdüstert, verdunkelt, getrübt." (Buddha)

 

Buddha erklärt uns mit diesen Worten, dass jeder eine Begebenheit durch seine individuelle Brille sieht. Dieses ICH, meint alles unter Kontrolle zu haben, und glaubt, dass das Leben solide sei. Wir verleugnen ganz oft, dass alles im Wandel ist. Dass in jeder Sekunde sich alles verändert. 

Dem Menschen ist klar, dass auf Regen Sonnenschein folgt und dass nach dem Berg ein Tal kommen muss, dass ein Reicher arm werden kann (und umgekehrt), dass Beziehungen zerbrechen und Menschen, die wir lieben, sterben.

Wenn es uns aber persönlich betrifft, können wir Vergänglichkeit nicht wirklich gut akzeptieren. 

Es sind unsere Gedanken, Vorerfahrungen, Gefühle und Wünsche, die uns die Sicht auf die Wirklichkeit trüben. Die Verblendung spielt uns Sicherheit vor.

Nichts bleibt wie es ist. 

Neulich las ich ein Zitat einer Schriftstellerin, deren Namen mir nicht einfallen will. Sie wurde gefragt: "Gibt es denn auf Dauer keine Sicherheit?" Ihre Antwort: "Nein, auch keine abschließenden Gewissheiten. Wenn man mich fragt wovor ich gerettet werden möchte, dann würde ich sagen: Vor meinen eigenen Gewissheiten!"

Und genau das war es!!! Da wurde es mir noch klarer.

Wir sind uns immer so sicher, dass wir im Recht sind, eine Gewissheit haben, bis jemand, der überhaupt kein wirkliches (emotionales) Interesse an uns hat, mit einem beiläufigen Satz, unsere vermeintlichen Gewissheiten über einen Haufen werfen kann.

Kein Mensch sollte glauben er oder sie sei im Recht. Zwischen Recht haben und Recht haben wollen liegen Welten. Keiner kennt die Wahrheit. 

Wenn es mir gelingt bei diesen Recht-haben-Wollenden immer mit "kann sein" zu antworten, also die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass auch Ihre Ansicht irgendwie stimmen oder auch nicht stimmen kann, hätte ich definitiv weniger Stress. Weil ich weiß, dass sich sowieso in der nächsten Sekunde alles verändern kann.

"Let the flow guide you" schreibt meine Kollegin Petra auf ihrer Seite. (to guide meint: führen, lenken, beraten ...) 

"Lass Dich vom Fluss führen", also.

Das scheint mir eine gute Idee! In dem Wissen leben, dass alles sich verändert und ich nichts dagegen tun kann. Mich dagegen stemmen wäre, als wolle ich den Rhein anhalten. Was für ein Quatsch.

Denn egal wie ich etwas finde, wie ich es bewerte, ob es die Wirklichkeit ist oder nicht: Es ist wie es ist.

Und jetzt mache ich es so wie auf meinem Shirt von "Yoga!Yeah":

Ich sage mir: LET THERE BE OM

Namasté. Taina

 

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